Elias Fries

 

Elias Fries wurde am 15. August 1794 geboren als einziges Kind im Pfarrhaus zu Femsjö, einem kleinen Kirchdorf einsam gelegen im westlichen Teil von Småland nahe der Grenze zu Halland.

Er wuchs auf zur Jahrhundertwende zwischen dem 18. Und 19. Jh. Da es nur wenige gleichaltrige Kinder in der Umgebung gab, wurde er anfangs von seinem Vater unterrichtet, dem an Botanik interessiertem Pfarrer Thore Fries: der Unterricht fand auf Latein statt, einer Sprache, die auch hin und wieder zu Hause gesprochen wurde.

Erst 1803, im Alter von 9 Jahren, fing Elias in der Schule in Växjö an. Schon in Femsjö zeigte sich sein großes Naturinteresse. Früh schon schrieb er wissenschaftlich interessante Tagebücher, und bereits als Gymnasiast gab er systematische Verzeichnisse über Pflanzen und Floren heraus, u. a. "Flora Femsionensis".

Obwohl Elias früh Floren und Schriften in Allgemeiner Botanik veröffentlichte, faszinierten ihn Pilze am meisten. Der Grund dafür kann gewesen sein, dass das Gebiet um Femsjö herum sehr pilzreich war, während der Artenreichtum der höheren Pflanzen nicht so groß war.

Nach der Schulzeit in Växjö bekam Elias 1811 die Möglichkeit in Lund zu studieren. Bereits 1814 , als 20jähriger, promovierte er dort. Bis 1834 arbeitete er in Lund als Dozent und Adjunkt, dann bekam er eine Professur in Uppsala. Während seiner Zeit in Lund setzte Elias Fries ein System für die höheren Pilze (Hymenomyceten) auf, zu denen die Hutpilze, die Bauchpilze (Gastromyceten), und die Rauch ?Pilze gehören. Zudem systematisierte er mehrere niedrige Pilzgruppen. Trotz einiger Unrichtigkeiten war seine Arbeit ein erster wichtiger Schritt zur Systematisierung der Pilze. Seine Arbeit führte zu mehreren kleineren Publikationen und dem umfassenden Werk "Systema mycologicum" (1821-1832). Er untersuchte ebenfalls Algen und Flechten und legte diese dar in u.a. "Lichenes Suecciae exsiccati".

In Uppsala trat er eine neu eingerichtete Professur in Praktischer Ökonomie (!) an der Naturwissenschaftlichen Fakultät an. Sein botanisches Arbeitsfeld wurde wieder breiter und er gab u. a. ein Pflanzenverzeichnis für Skandinavien heraus, "Summa vegetabilum Scandinaviae", und ein allgemein gehaltenes botanisches Werk mit literarischem Einschlag "Botanische Ausflüge" 1-3, (1843-1864). Diese Publikationen trugen sicherlich dazu bei, dass Elias Fries 1847 in die Schwedische Akademie eingewählt wurde. Obwohl seine Publikationen allgemeinbotanischer Art waren, arbeitete Elias zum größten Teil mit Pilzen. Er veröffentlichte u. a. " Hymenomycetes Europaei " (1874) und in Plakatform "Die essbaren und giftigen Pilze in Schweden " (1860-1866), sowie "Icones selectae hymenomycetum nondum delineatorum I (1867-1877). Nummer II wurde 1878-1884 von seinen Söhnen Thore Magnus und Robert herausgegeben.

Zusätzlich zu seiner wissenschaftlichen Arbeit setzte Elias Fries sich stark dafür ein, "dem schwedischen Volke das Pilzessen beizubringen". In dem Milieu, in dem Elias aufwuchs, herrschte kein Überfluss, d.h, Elias lernte, zu benutzen, was die Natur erbot. Pilze konnten die Mahlzeiten bereichern, und außerdem eine Delikatesse sein. Trotz seines Einsatzes in der Volksbildung wurden in seinem Haushalt in Uppsala angeblich keine Pilze gegessen!

Elias Fries reiste nicht, wie Linné und sein Schüler, in der Welt umher um zu forschen; seine längste Reise führte ihn bis nach Berlin auf ein Naturforschertreffen. Das Dasein von Elias Fries war wahrscheinlich eher ruhiger Natur: von Seiten gewöhnlicher Leute wurde Elias kein besonderer Respekt erwiesen. Vielleicht deshalb fand seine Pilzpropaganda Anklang - oder auch konnte sie in Frage gestellt werden; er schrieb in den letzten Zeilen seiner Einleitung zu " Die giftigen und essbaren Pilze in Schweden ": "während meiner Besuche in Stockholm zur Herbstzeit untersuchte ich häufig die Arten, die auf (dem Markt der) Munkbron zum Verkauf angeboten wurden. Sicherlich waren mehrere guter Art, aber ebenso fand ich manchmal ganze Körbe voller giftiger Pilze, z. B. Russula foetens (ein Täubling); wenn ich darauf aufmerksam machte, bekam ich zur Antwort: Oh, davon versteht der Herr nichts." Dieses ist eine der vielen Anekdoten, die über Elias Fries im Umlauf waren.